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Mittwoch, 10. Juli 2019

Luzides Träumen

Träume selbst steuern

In der Regel entführen uns Träume in Parallelwelten, die stark emotional geprägt sind und die wir nicht bewusst steuern können. Es können sowohl angenehme Bilder und Gefühle dominieren, als auch im schlimmsten Fall Albträume, aus denen man schweißgebadet und verwirrt aufschreckt.
Seit einigen Jahren wird die Möglichkeit sogenannter „luzider Träume“, auch „Klarträume“ genannt, diskutiert. Dies sind Träume, in denen der Schlafende weiß, dass er träumt und er weiß, wer er „in Wirklichkeit“ als Person ist und wo er sich in der Realität gerade befindet. Luzide träumende Menschen verfügen demnach über ein vollständiges autobiographisches Gedächtnis im Wach- als auch Nachtzustand. In den seltenen aber möglichen Fällen gelingt es ihnen sogar, die nächtlichen Phantasiegeschichten selbständig zu steuern. In Untersuchungen wurde deutlich, dass es in Klarträumen bis zu einem gewissen Punkt möglich ist, das eigene Traumgeschehen bewusst zu beeinflussen. Prinzipiell sind hier dem Schlafenden keine Grenzen gesetzt, da im Traum grundsätzlich alles möglich ist.

Die Zwischenräume des Bewusstseins im Klartraum ergründen

Nach Meinung des Neurobiologen G. Edelman vom Scripps Research Institute in San Diego, besitzt der Mensch im Traum ein primäres Bewusstsein, welches ihm erlaubt, sich im Raum zu orientieren oder einfache Verknüpfungen zwischen Sinnesreizen bilden zu können. Die sprachlichen Fähigkeiten sind jedoch ausgeschlossen. Erst im Wachzustand verfügt der Mensch durch das sekundäre Bewusstsein wieder über seine Sprache und abstraktes Denken. Beim luziden Träumen hat der Klarträumende die Möglichkeit, diese Zwischenzustände des Bewusstseins zu ergründen. Während des Klartraums reflektiert das schlafende Gehirn stetig über den eigenen Wachzustand. Somit schläft man und wacht man gleichzeitig.

Die Grenzen des Klarträumens

Obwohl in der Welt der Träume alles möglich ist, lassen sich die Klarträume nicht nach Belieben erzeugen oder aufrechterhalten. Sie erweisen sich oftmals als störanfällig und treten, anders als gewollt, insgesamt eher selten auf. Nach Erfahrungen der Schlafforscher von der Uni in Bonn haben selbst junge und geübte Erwachsene maximal ein- bis zweimal pro Woche einen Klartraum. Folglich müssen Schlafforscher die Probanden rund eine Woche im Labor untersuchen, bis im glücklichen Fall ein luzider Traum entsteht. An dieser Stelle kann man sich die Fragen stellen: Träumen manche Menschen häufiger luzide Träume als andere? Diese Frage wurde von Schlafforschern 2004 am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim untersucht. Es wurden 400 Probanden ausführlich zu ihrem Traumerleben befragt und gleichzeitig ihre Persönlichkeitsmaße notiert. Das Ergebnis ergab, dass 82 % der Teilnehmer mindestens einmal einen Klartraum erlebt hatten. Rund ein Drittel machte diese Erfahrung sogar regelmäßig mindestens einmal im Monat. Im Hinblick auf die analysierten Persönlichkeitsmaße konnten die Schlafforscher jedoch keinen konkreten Zusammenhang zwischen Charakterzügen und der Anzahl an luziden Träumen feststellen. Lediglich Teilnehmer mit besonders ausgeprägter Offenheit für neue Erfahrungen, welches als eine der fünf großen Persönlichkeitsdimensionen gilt, sowie mit häufig auftretenden Albträumen sind im Schnitt aufnahmefähiger gegenüber Klarträumen.

Was für ein persönliches Nutzen bringt der Klartraum?

Das luzide Träumen ist alles andere als eine einfache Spielerei. Verfügt man über die Fähigkeit, seine Träume gezielt steuern zu können, hat man direkten Zugriff auf das eigene Unterbewusstsein. Um dieses bewusst im Schlaf lenken zu können, raten Schlafforscher zu einer einfachen Methode. Mehrmals am Tag sollte man sich die Frage „Träume ich das alles gerade nur?“ stellen. Damit wird das Bewusstsein dazu angeregt, die eigene Realität in Frage zu stellen. Wiederholt man diese Aktion mehrmals am Tag und über Wochen hinweg stellt sich eine Routine ein, wodurch die eigene Realitätsfassade zu bröckeln beginnt. Diese Fragestellung wird auch in die REM-Schlafphase übergehen. Stellt sich der Schlafende im Traum die Frage „Träume ich das alles nur?“ und erkennt, dass das Erlebte nicht real ist, kann er seine eigene Traumwelt nach Belieben lenken. „Besonders geübte und erfahrene luzide Träumer nutzen diese antrainierte Fähigkeit, sogar zum Erlernen von Musikinstrumenten oder Sportarten. Es gibt bereits zahlreiche seriöse Untersuchungen über die Möglichkeit, den Traum zur Verbesserung verschiedener Fähigkeiten einzusetzen. Durch die Tatsache, dass der Mensch rund ein Drittel seines ganzen Lebens verschläft, können Klarträume eine neue und interessante Variante sein, die ungenutzte Lebenszeit sinnvoller und effektiver zu nutzen.

Montag, 8. Juli 2019

Angst- und Alpträume

Angstbeladene Träume können oft mit einer realen Situation in Beziehung stehen, die auch im Wachzustand zu Ängsten führt. Man nimmt sie dann mit in den Schlaf: Dazu gehören zum Beispiel die Ängste, die im Zusammenhang mit bevorstehenden Ereignissen oder bestimmten Handlungen stehen, wie die Angst vor einer Prüfung, einem Einstellungsgespräch oder wegen eines Fehlers, für den man vielleicht gerügt oder bestraft wird.
 Die Deutung der damit zusammenhängenden Träume fällt im allgemeinen nicht schwer, weil sie wenig verschlüsselt werden. Zum Teil liefern die Träume auch Hinweise darauf: wie man mit der Situation fertig werden kann. Sie können allein der Entlastung von inneren Spannungen dienen, aber auch realistische Lebenshilfe sein.
Bei der anderen Form der Angstträume besteht keine erkennbare Beziehung zur Realität, sie treten gegenstandslos auf. Man kann sich die Angst weder selbst erklären noch anderen verständlich machen. Hinter solchen Träumen stehen in der Regel ernstere innere Konflikte, die aus dem Bewusstsein verdrängt wurden.
Typisch sind zum Beispiel Konflikte zwischen individuellen Bedürfnissen, Absichten, Wünschen, Neigungen oder Trieben und Pflichten oder Forderungen der herrschenden Moral, ferner einander widerstrebende Ziele, die sich nicht vereinbaren lassen, zwischen denen man sich aber auch nicht klar entscheiden kann. Das führt zu inneren Spannungen, die Angstträume, zum Teil aber auch unklare Angstzustände im Wachzustand verursachen.
Oft kommen dann auch noch Schuldgefühle hinzu, die ebenfalls in die Träume eingehen können und häufig mit Vorstellungen von Strafe verbunden sind. Die Wurzeln dieser Ängste sind meist tief in der Persönlichkeit verankert und können weit in die Kindheit zurückreichen.




Solche Angstträume dienen als Aufforderung, sich mit den Ursachen der Ängste auseinander zusetzen, zum Beispiel widersprüchliche Bedürfnisse zu erkennen, anzunehmen und sich dann zwischen ihnen zu entscheiden. Dazu werden in manchen Träumen gleich mehr oder minder realistische Möglichkeiten aufgezeigt.
Eine weitere, heute weitverbreitete Ursache von Angstträumen ist die negative Traumunruhe. Außerdem können Angstträume auch durch körperliche Veränderungen im Schlaf oder durch Krankheiten auftreten, insbesondere im Zusammenhang mit Herzleiden und Erkrankungen der Atemwege. Im Einzelfall kann deshalb auch eine gründliche körperliche Untersuchung bei Angstträumen angezeigt sein.

Samstag, 6. Juli 2019

Besondere Träume

 ... sind der letzte und erste Traum des alten Jahres, und der erste Traum im neuen Jahr (auch Geburtstage).
Die Deutung erstreckt sich hier auf das gesamte Jahr, wobei Neujahrs- und Geburtstagsträume in die Zukunft weisen. Der letzte Taum im alten Jahr, stellt den seelischen Jahresrückblick dar. 

 

Hat man an Neujahr nichts geträumt, nimmt man den ersten Traum im neuen Jahr. So steht auch der Jahresrückblick gewöhnlich im letzten Traum des alten Jahres. 

Beginnt man eine neue Arbeit, sind die ersten Träume dieser Zeit von großer Bedeutung.

Träume um die Zeit des Hochzeittages oder Kennenlerntages geben Hinweise, wie es in der Beziehung weitergehen wird. Scheidungstagträume enthalten wichtigen Details über das zukünftige Liebesleben.

Wenn du vom Ex träumst, achte auf das Traumdatum. Meist stellt sich heraus, das es der Jahrestag des "ersten Beischlafs" des "ersten Kusses" usw. war.

Zur Karnevalszeit geträumte Träume, geben oft Auskunft über die Dummheiten, die man begangen hat.
Träume zur Weihnachtszeit informieren über das Gefühls- und Familienleben.
 

Freitag, 5. Juli 2019

Traumarten


Albträume und Verfolgungsträume
haben nicht nur etwas mit unseren Ängsten zu tun, sondern auch mit unserem Widerstand gegen Veränderungen und Uneinsichtigkeit.
Angst hängt unmittelbar mit Aggression zusammen, darum ist es auch normal, dass wir bei Albträumen "gegen uns" gerichtete Aggression erleben. Diese Aggression ist allerdings unsere eigene. Das beste Beispiel sind Albträume, in denen man versucht, vor etwas weg zu laufen oder zu bekämpfen. In Albträumen begegnen wir unbewussten psychischen Inhalten, die in uns stecken und bewusst werden wollen. Unser Bewußtsein wehrt sich gegen diese Inhalte und nimmt sie als etwas "Negatives" wahr. So wird ein Traum zum Albtraum.
Bei Verfolgungsträumen will ein bestimmter Aspekt in unser Bewußtsein dringen, gegen den wir uns sperren oder den wir einfach nicht in uns wahrhaben wollen.
Todesträume
Manche Todes-Träume deuten auf einschneidende Veränderungen hin. Träumt man vom Sterben oder von Beerdigung, dann nennt man das einen Wandlungstraum. Dieser weist darauf hin, daß etwas in Deinem Leben verändert wird (etwas "stirbt").
Wiederholungsträume
Wenn bestimmte Träume immer wieder kommen, dann ruft Dein Unterbewußtsein um Hilfe. Irgend ein Verhalten im Wachzustand ist festgefahren und das Unbewußte versucht auf diese Art Dir zu sagen, daß Du etwas ändern mußt. Bei der Deutung dieser Träume mußt Du weit in Deine Erinnerung zurückgreifen, denn der Auslöser für das Problem liegt meist weit zurück.
Kompensatorische Träume
Wenn Du mit Deiner Bewußtseinseinstellung in Bezug auf Deine Lebenssituation sehr einseitig bist, kann das Traumbewußtsein mit solchen Träumen aufwarten, um Dich daran zu erinnern, daß Du wieder mehr zu Deiner Mitte kommst und auf Dich achtest.
Archetypische Träume
Dein Traumbewußtsein greift hier auf Infos aus dem Stammhirn zu. Dieser Teil Deines Gehirns trägt unsere gesamte Evolutionserfahrung in sich. Hier geht es um tiefere, über den individuellen Horizont herausragende Themen aus dem sogenannten "Kollektiven Unbewußtsein".
Prophetische Träume
Manchmal erkennen wir sie als prophetisch, manchmal erfahren wir den prophetischen Kontext erst im Nachhinein. Wenn der Traum eher wie ein Albtraum ist, z.B., in Form einer Katastrophe, dann kann er darauf hinweisen, dass Du etwas in deinem Leben oder Deinem Lebensstiel ändern solltest .